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Barrierefrei unterwegs mit Bahn und Bus
Recht auf Selbstbestimmung

Chancengleich und selbstbewusst – so wollen alle Menschen mobil sein können – mit oder ohne Behinderung. Im Bundesgesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen wurde dieser Anspruch in einen gesetzlichen Rahmen gegossen und ist umzusetzen. Die Umsetzung bedarf immenser technischer und finanzieller Anstrengungen. Vor allem ist dabei die Sichtweise von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen und deren Anspruch, autonom ohne ständige Hilfe unterwegs zu sein. Dass behindertengerechte Ausstattung und Gestaltung – gerade im Öffentlichen Verkehr – sehr vielen Menschen zugute kommt,beweisen die Beiträge im „Thema“. Junge Familien, Senioren, Menschen mit viel Gepäck – sie alle profitieren von der zunehmend mobilitätsgerechten Infrastruktur.

 

 

„Ich muss mir den neuen Hauptbahnhof zuerst erarbeiten“
Zugpersonal ist eine große Hilfe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität


RS-Herausgeber Peter Haibach im RS-Interview mit Peter Weiser

RS: Herr Weiser, wie steht es mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum?
Weiser
: In den letzten Jahren hat sich vieles verbessert. Durch aktive Öffentlichkeitsarbeit ist ein Bewusstsein entstanden, dass Menschen mit Behinderungen fallweise Hilfe und Unterstützung benötigen. In Salzburg sorgt z. B. ein Behinderten-Beirat u. a. dafür, dass bei baulichen Veränderungen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Raum Rücksicht genommen wird.

RS: Wo liegen für Sie als Betroffenen – Sie sind vor Jahren erblindet – die größten Herausforderungen, den Alltag zu bewältigen?
Weiser: Die größte Herausforderung für mich besteht wohl darin, gefährliche Barrieren und Hindernisse zu erkennen und immer rechtzeitig darauf zu reagieren. Eine große Hilfe im Straßenverkehr sind gesicherte Kreuzungen mit akustischen Ampelanlagen, Zebrastreifen und Leitlinien zur Orientierung. Besonders schwierig und gefährlich dagegen gestaltet sich das Überqueren von Kreisverkehren, weil hier der Verkehrsfluss nie unterbrochen wird und daher der richtige Zeitpunkt für eine gefahrlose Fahrbahn-Querung akustisch nicht wahrnehmbar ist.

RS: Wie sieht für Sie der Zug-Alltag aus? Sie fahren täglich mit der Salzburger Lokalbahn von Bürmoos nach Salzburg zu ihrem Arbeitsplatz im Bundessozialamt.
Weiser: Wege, die ich täglich benutze, sind normalerweise kein Problem, solange nicht neue, unvorhersehbare Hindernisse aufgebaut werden, wie z. B. Baustellen, Absperrungen, Gerüste, Müllund Altpapiercontainer, Fahrräder,Werbetafeln etc.
 

Niederflurige Mittelteile bei der Salzburger Lokalbahn werden im heurigen Jahr das Aus- und Einsteigen erleichtern.

Foto: Christa Schlager

RS: Wie wichtig ist für Sie das Vorhandensein von Zugpersonal? Weiser: Die Schaffner haben eine sehr große Bedeutung,weil sie allen Fahrgästen Hilfe und Unterstützung bieten können. Darüber hinaus ist es gerade für Menschen mit Behinderungen sehr wichtig, einen „Menschen“ als Ansprechpartner und Auskunftsperson z. B. über geänderte Betriebssituationen, die Position der Treppen, des Lifts etc. in Anspruch nehmen zu können.

RS: Sie sind auch aufgrund Ihrer Arbeit beim Bundessozialamt häufig österreichweit unterwegs. Wie geht es Ihnen dabei?
Weiser: Bei diesen Reisen in manchmal ungewohnte Umgebungen sind gute Informationen, wie z. B. klare Lautsprecher- Durchsagen, Leitlinien etc. noch entscheidender. Dem freundlichen, hilfsbereiten Zugpersonal kommt hier eine sehr wichtige Rolle zu.

RS: Wie barrierefrei ist der neue Salzburger Hauptbahnhof, also die Bahnhofshalle und die schon neu errichteten Bahnsteige?
Weiser: Grundsätzlich wird der neue Hauptbahnhof mit seiner klaren Struktur viel einfacher zu benutzen sein als der alte Bahnhof. Eine abschließende Beurteilung der Barrierefreiheit im halbfertigen Zustand wäre wohl nicht wirklich seriös. Leider aber gibt es trotz der positiven Bemühungen um barrierefreie Standards bei Rolltreppen, Liften und Leitlinien auch gefährliche Fallen, wie z. B. mit dem Langstock in Bodennähe nicht wahrnehmbare, also „untergehbare“ Informationsbildschirme in Kopfhöhe oder Leitlinien, die knapp an scharfkantigen Trägerelementen, wie Säulen, Stahlträgern etc. vorbeiführen. Auf jeden Fall müssen sich sehbehinderte und blinde Menschen einen neuen Bahnhof erst erarbeiten, um ihn gezielt und gefahrlos nutzen zu können.
 

Peter Weiser „erarbeitet“ sich den neuen Salzburger Hauptbahnhof.

Foto: Christa Schlager

RS: Was verstehen Sie unter „erarbeiten“?
Weiser: Es ist wichtig, beim Erkunden des Bahnhofs – allein oder mit einer sehenden Begleitperson – eine möglichst logisch-systematische Vorstellung von der Wirklichkeit und von der Positionierung der entscheidenden Elemente der Anlage in den verschiedenen Ebenen zu bekommen. Es geht dabei um die Position der Halle, des Verbindungsganges und der Bahnsteige zueinander, um Lifte und Treppenhäuser, Haupt-Gehrichtungen und Leitlinien sowie um das Erkennen potenzieller Gefahrenquellen.

RS: Wie hilfreich sind für Sie die sogenannten „Mungos“ der ÖBB?
Weiser: Das Serviceteam der ÖBB kann für Personen mit eingeschränkter Mobilität sehr wichtig sein. Sie sind 24 Stunden am Tag erreichbar, geben Hilfestellungen, bieten auf Wunsch ein Begleitservice an und sind eine echte Unterstützung aufgrund der Tatsache, dass es im Personen-Nahverkehr kaum mehr Zugbegleiter gibt.

RS: Sind Sie schon mit der neuen WESTbahn gefahren?
Weiser: Leider nein, aber ich habe mir die neuen Züge schon genauestens „angesehen“. Sie sind eine echte Weiterentwicklung für Personen mit beeinträchtigter Mobilität. So ist der Einstieg generell niederflurig, es gibt mehrere Stellplätze für Rollstühle, und in den WC sind bei den Bedienelementen sogar taktile Markierungen für Blinde angebracht.

RS: Wie empfinden Sie das Service der WESTbahn?
Weiser: Die Freundlichkeit und Unterstützungsbereitschaft des Begleitpersonals ist auffallend, und der unkomplizierte Ticketverkauf im Zug ist auch ein wesentlicher Beitrag zur „Barrierefreiheit“. Sehr wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang die Schaffung einer General-Netzkarte, mit der – wie in anderen Ländern auch – alle öffentlichen Verkehrsmittel (inklusive der Stadtverkehre) benutzt werden können. Für mich als Blinden ist es ein echter Gewinn, dass es in jedem Wagen eine/n Ansprechpartner/ in gibt. Das erhöht die Qualität des Reisens wesentlich. Ich würde mir wünschen, dass die ÖBB auch im Nahverkehr wieder zum Einsatz von Schaffnern zurückkehren.

RS: Herr Weiser, wir danken Ihnen für das Gespräch und werden Ihre Anliegen auch weiterhin via REGIONALE SCHIENEN transportieren.
 

OBEN: Leitlinien mit ausreichendem Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante erhöhen die Sicherheit für Mobilitätseingeschränkte.
UNTEN: Gefährliche Fallen sind z. B. mit dem Langstock in Bodennähe nicht wahrnehmbare, also unterlaufbare Informationsbildschirme in Kopfhöhe oder Leitlinien, die knapp an scharfkantigen Trägerelementen, wie Säulen, Stahlträgern etc. vorbeiführen.

Foto: Christa Schlager

 

 

Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr
Eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben


von Hansjörg Hofer

Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens. Das Älterwerden stellt keine Ausnahme mehr dar, sondern ist zum Normalfall geworden. Statistisch gesehen, wird im Jahr 2015 ein Viertel der Menschen in Österreich über 65 Jahre alt sein – Tendenz stark steigend. Ein Viertel der Bevölkerung in Österreich hat eine oder mehrere Behinderungen. Aufgrund dieser demografischen Entwicklung steht unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen, gerade was Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr betrifft.

2006 wurde mit dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz ein erster wichtiger Schritt in Richtung Abbau von Barrieren im Öffentlichen Verkehr gesetzt. Bis heute sind zahlreiche positive Maßnahmen seitens der öffentlichen Hand für Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen vollzogen worden. Die gesetzlich vorgeschriebenen Etappenpläne, die eine fast durchgehende Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr bis Ende 2015 vorsehen, werden besonders von der ÖBB konsequent verfolgt. Denn bis 31. Dezember 2015 müssen alle Bahnhöfe und Haltestellen, die eine Frequenz von mehr als 2.000 Bahnkundinnen/ Bahnkunden pro Tag aufweisen, barrierefrei sein. Trotz Sparmaßnahmen und Wirtschaftskrise investieren die ÖBB viel Geld für Umbauten in Bahnhöfen, um das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu gestalten. Vergleicht man andere Lebensbereiche, wo nach wie vor häufig Diskriminierungen stattfinden, haben die bereits jetzt getroffenen Investitionen dazu geführt, dass Menschen mit Behinderungen zumindest im Öffentlichen Verkehr deutlich mehr an Selbstbestimmung erfahren.

Dennoch besteht weiterhin ein Aufholbedarf bei innerstädtischen Verkehrsmitteln, bei regionalen Anbietern und Bahnstrecken. Davon ausgenommen ist die Westbahnstrecke, die gerne von der ÖBB als Vorzeigemodell für barrierefreies Reisen herangezogen wird. Aber auch die Postbusse haben in den letzten Monaten bei Haltestellen in Sachen „Barrierefreiheit“ aufgeholt. Leider hängt die Realisierung entsprechender Vorhaben jedoch immer noch von Fahrgastzahlen und Kostenvolumen ab.

Es ist nicht zu vergessen, dass die uneingeschränkte Mobilität im Öffentlichen Verkehr nicht nur eine notwendige und gesetzlich gebotene Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderungen bedeutet, sondern auch einen immensen Komfortgewinn für eine immer älter werdende Bevölkerung in unserem Land darstellt.

 

 

Nichtdiskriminierung – ein gesetzlicher Anspruch
Stadt Salzburg gewinnt Access City Award 2012


von Sabine Neusüß

Für die Stadt Salzburg ist es ein sehr großes Anliegen, allen Menschen in gleicher Art und Weise eine möglichst optimale Teilhabe am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Stadt Salzburg hat diesbezüglich durch die Verankerung der Chancengleichheit in den Leitbildern, den politischen Programmen und Vorgaben sowie in den Maßnahmen der Verwaltung ein hohes Selbstverständnis und einen vorbildlichen Umsetzungsgrad erreicht. Dies beweist auch der Gewinn des Access City Award 2012, eines Preises, der für „hervorragende Leistungen bei allen wichtigen Aspekten der Barrierefreiheit“ verliehen wurde.

Dieser hohe Grad an Umsetzung steht täglich auf dem Prüfstand. In jeder Baumaßnahme, in jedem Angebot der Stadtverwaltung, in jeder Aktivität sind die Interessen der Menschen mit Beeinträchtigungen entsprechend zu berücksichtigen und die Betroffenen selbst in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Die Nichtdiskriminierung von Menschen auf Grund ihrer Behinderungen ist ein gesetzlicher Bestandteil. Finanzielle und/oder praktische Schwierigkeiten sollten hier keine Ausreden darstellen. Die ÖNORM 1600 beinhaltet viele wesentliche barrierefreie Maßnahmen,die, wenn sie vorab in der Planung mitgedacht werden, meist keinen Mehraufwand darstellen.

Vor allem im historisch gewachsenen Altstadtbereich gibt es immer wieder Schwierigkeiten, Barrierefreiheit und Altstadtschutz zu kombinieren. Oft sind Eingangsbereiche von Geschäften durch kleine oder größere Stufen für Menschen im Rollstuhl nicht nutzbar. Bei neuen Projekten – wie z.B. beim neuen Rathaus – achtet die Stadt Salzburg ganz besonders auf die barrierefreie Gestaltung.

Viele weitere Maßnahmen sollen die Umsetzung der Barrierefreiheit in der Stadt Salzburg verbessern. So gibt es z. B. den sogenannten Absenkungskatalog. Hier können Menschen im Rollstuhl und alle anderen Personen mit eingeschränkter Mobilität Gehsteigkanten melden, die eine Hürde darstellen. Jedes Jahr werden zahlreiche Gehsteig-Absenkungen und somit Verbesserungen durchgeführt.

Weiters gibt es mittlerweile im gesamten Stadtgebiet akustische Ampelsignalanlagen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Behindertenbeirats bzw. des Blindenverbandes werden die akustischen Signalanlagen montiert und nach den Bedürfnissen von blinden und sehbehinderten Personen eingestellt.

Bei sämtlichen neuen Bauvorhaben, bei denen die Stadt Salzburg Bauherrin ist, findet eine Koordinierung bereits in der Planungsphase gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten statt.

Trotz vieler bereits durchgeführter Maßnahmen gibt es nach wie vor viele unüberwindbare Hürden, die das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen sehr schwierig machen. Diese Hürden in sämtlichen Bereichen zu minimieren bzw. zur Gänze abzuschaffen sehe ich als meine Hauptaufgabe für die Zukunft.
 

Eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist Barrierefreiheit – auch im Öffentlichen Verkehr.

Foto: Christa Schlager

 

Barrierefreiheit beginnt im Kopf

Vieles ist geschehen, doch vieles gibt es noch zu tun. Die selbstverständliche Teilnahme am täglichen Leben ist ein Menschenrecht – und Barrierefreiheit somit eine Gesellschaftshaltung, die manchen Personengruppen die uneingeschränkte Teilhabe erst möglich macht.

Barrierefreiheit wäre so einfach umzusetzen, wenn jeder einzelne Mensch im täglichen Leben sie ganz selbstverständlich mitdenken würde. Seien es Fahrzeuge, die nicht auf dem Gehsteig parken und ein Vorbeikommen unmöglich machen, taktile Leitsysteme, die nicht von Ständern oder dergleichen verstellt werden, oder einfache mobile Rampen, die das Betreten von Gebäuden und Geschäften ermöglichen. Der Beispiele gäbe es unzählige, und sie scheinen auch als äußerst einfach umsetzbar, sind jedoch leider noch keine Selbstverständlichkeit.

Wie oft hört man: „Für den einen Behinderten zahlt sich der Aufwand doch gar nicht aus.“ Dabei kommt Barrierefreiheit allen zugute. Es sind nicht nur die Menschen im Rollstuhl, es sind auch Benützerinnen und Benützer von Rollatoren oder Gehhilfen, Eltern mit Kinderwagen oder Kinder an sich. Jeder einzelne Mensch kann im Laufe seines Lebens einmal zu dieser oder jener Gruppe gehören. Barrierefreiheit beginnt im Kopf.

Monika Schmerold

 

 

Barrierefreiheit hat ihren Preis
Salzburger Lokalbahn und Stadtbus engagieren sich


von Christian Osterer

Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr bedeutet nicht nur für Kunden eine Verbesserung der Zugänglichkeit, sondern auch für Verkehrsunternehmen einen langfristigen Planungsprozess mit damit verbundenen hohen Kosten. Das Wort „Behindertengleichstellung“ geriet dabei in den letzten Jahren aus der Mode, zumal Barrierefreiheit für alle Menschen eine Erleichterung des täglichen Lebens darstellt.

Für die Salzburger Lokalbahn als größtem Verkehrsunternehmen im Bundesland Salzburg bedeutete das Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes – kurz BGStG – per 1. Januar 2006, einen langfristigen Verbesserungsprozess im Sinne der Fahrgäste herbeizuführen. Nicht nur die ständige Erweiterung der Flotte der Niederflur-Fahrzeuge, sondern auch die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Haltestellen und Bahnhöfe, stellt eine Herausforderung dar.

Während der erste Niederflur-Obus bereits 1994 noch unter der Flagge der Salzburger Verkehrsbetriebe in Betrieb genommen wurde und noch heute unter der Marke „StadtBus“ auf den Straßen Salzburgs unterwegs ist, ist die Niederflur-Flotte bis heute auf 70 Obusse angewachsen. Das entspricht bei einer Gesamtanzahl von 95 Obussen einem Niederflur-Anteil von bereits über 70 %. Mitte dieses Jahres werden weitere zehn Obusse in Betrieb gehen, und mit der Auslieferung der nächsten Fahrzeuggeneration (geplant für das Jahr 2015) werden auch die letzten Hochflur-Obusse aus dem alltäglichen Linienbetrieb verschwinden.

Schon im Zuge der Ausschreibungen legt die Salzburger Lokalbahn als Betreiber des Obusses besonderen Wert auf die Barrierefreiheit. So sind auch die meisten Niederflur-Obusse bereits mit Rollstuhl-Einstiegshilfen bei Türe 2 ausgestattet. Bei der Gestaltung des Innenraumes kommt Sitzen ohne Podest besondere Bedeutung zu.

In den Zügen zwischen Salzburg und Lamprechtshausen bzw. Trimmelkam behilft sich die Salzburger Lokalbahn mangels Niederflur- Einstiegen mit den Schaffnern, die für den Umgang mit körperlich eingeschränkten Personen speziell geschult sind.

Für dieses Jahr wird zudem der erste von neun Triebwagen, die mit Niederflur-Mittelteilen verlängert werden, in Salzburg zurückerwartet. Die Firma Inecon aus Tschechien erhielt von der Salzburg AG den Auftrag, neun von achtzehn in Betrieb befindlichen Triebwagen umzubauen. Neben der Barrierefreiheit hat dies den zusätzlichen Vorteil der Erhöhung der Platzanzahl. So wird im Endausbau jedem Zug ein Triebwagen mit Niederflur- Mittelteil beigegeben, auf die Hilfestellung durch Zugbegleitpersonal beim Ein- und Aussteigen sowie während der Reise verzichtet man selbstverständlich nicht.

Bei der Tochtergesellschaft „Berchtesgadener Land Bahn (BLB)“ werden seit 2010 die modernsten Triebwagen des Typs Flirt der deutschen Stadler Rail AG eingesetzt. Auch hier wird die Barrierefreiheit als Kombination aus Niederflur-Einstiegen und hilfsbereiten Zugbegleitern gewährleistet. Selbst die WC-Anlage in jedem der fünf Triebwagen ist behindertengerecht gestaltet.
 

VON OBEN NACH UNTEN:
• Neues Wegeleitsystem am Salzburger Hauptbahnhof
• Seit November 2011 verbindet erstmals eine Rolltreppe die Verteiler- Ebene des Lokalbahnhofs mit der Bahnhofshalle. Unmittelbar rechts daneben befindet sich der schon bestehende Aufzug.
• Die Bahnsteige 11 und 12 der Salzburger Lokalbahn werden auf drei Wegen (über eine Treppe, eine Rolltreppe und einen Aufzug) erreicht. Nach Einbau der Niederflur-Mittelteile in die Triebwagen der SLB können Menschen mit körperlicher Behinderung barrierefrei von der Lokalbahn in die Niederflur-Obusse des StadtBus umsteigen.

Fotos (3): Salzburg AG / Salzburger Lokalbahn

Für die Modernisierung der Infrastruktur investiert die Salzburger Lokalbahn gemeinsam mit den Ländern Salzburg und Oberösterreich ebenfalls kräftig. Die Bahnhöfe entlang der Neubaustrecke zwischen Trimmelkam und Ostermiething (Eröffnung Ende 2013 geplant) werden ebenso barrierefrei gestaltet wie der neue Bahnhof Lamprechtshausen, welcher im Mai 2012 eröffnet wird.

Auch vom neu eröffneten Bahnhofsgebäude der ÖBB in Salzburg erreicht man neuerdings nicht nur den unterirdischen Lokalbahnhof mit Liften und Rolltreppen stufenlos, sondern auch sämtliche ÖBB-Bahnsteige und alle Busleisten werden barrierefrei zu erreichen sein.
 

Rund die Hälfte der Obusse des StadtBus ist barrierefrei mit Rollstuhl- Klappen an Tür 2 ausgestattet. Bei der sukzessiven Erneuerung der Flotte wird auf Barrierefreiheit besonderes Augenmerk gelegt.

Foto: Salzburg AG / Salzburger Lokalbahn

 

 

Albus setzt Maßstäbe
Niederflur-Fahrzeuge erleichtern den Zugang


von Heinz Reischl

Die Albus Salzburg Verkehrsbetrieb GmbH besitzt für den innerstädtischen Linienverkehr derzeit 76 Omnibusse. Dabei stehen unseren Fahrgästen Omnibusse aller Kategorien vom Midi-Bus (10 m Länge) über den Standard-Bus (12 m Länge) bis zum Dreiachs-Bus (15 m Länge) und Gelenk-Bus (18 m Länge) zur Verfügung. Auf Grund der großen Akzeptanz bei der Bevölkerung wurden bereits 50 % aller Linienbusse von Diesel- auf Bio-Erdgas-Antrieb umgestellt.

Der letzte Hochflur-Bus wurde August 2005 ausgemustert. Seit diesem Zeitpunkt sind in unserem Fuhrpark ausschließlich Niederflur- Busse vorhanden. Albus ist damit in Salzburg Vorreiter, da die Busse bereits vor Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes mit 1. Jänner 2006 den Bestimmungen für barrierefreien Zutritt in Omnibussen entsprechen. Selbstverständlich sind alle Busse auch mit einer Rampe für Rollstühle ausgerüstet, welche vom Fahrer bei Bedarf ausgeklappt wird.

Zusätzlich verfügen alle Busse über automatische Haltestellenansagen und ein Fahrgast-Informationssystem, bei dem wir aktuelle betriebliche Informationen sowie die nächsten Haltestellen anzeigen.
 

OBEN: Am Bus wird außen bei der entsprechenden Türe auf den Niederflurzugang bzw. auf die Abstellfläche für den Rollstuhl bzw. den Kinderwagen hingewiesen, und im Fahrzeuginneren bekommt der Fahrgast Informationen über die sichere Aufstellung und Befestigung des Rollstuhls bzw. des Kinderwagens.
UNTEN: Alle Busse verfügen über eine Rampe für Rollstühle, welche vom Fahrer ausgeklappt wird.

Foto: Salzburg AG / Salzburger Lokalbahn

 

 

Ungehindert mobil mit den LINZ AG LINIEN

von Robert Schrempf

Die persönliche Mobilität ist eine der wichtigsten Bedürfnisse in unserer Gesellschaft. Es bedarf einer Fülle von Dienstleistungen, um den unterschiedlichsten Erwartungen der Fahrgäste gerecht zu werden. Das Fahren mit Bussen und Straßenbahnen soll schnell, bequem, sicher und einfach sein. Menschen mit Behinderungen stoßen dabei oft an Barrieren, was ihre Mobilität einschränkt. Zum Wohle dieser Fahrgäste konnten die Linz AG Linien im Zuge der expansiven Entwicklung sowie im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bereits eine Reihe von Maßnahmen umsetzen. Dabei erfolgt seit 1995 ein regelmäßiger Gedankenaustausch und eine frühe Einbindung in Planungsprozesse mit Vertretern verschiedener Verbände und Institutionen in der Arbeitsgruppe „ungehindert mobil“. Durch Investitionen in bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände sowie Systeme der Informationsverarbeitung ist das Netz der Linz AG Linien heute für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar.

Bisher wurden umgesetzt:
• Umstellung des Fuhrparks auf Niederflur-Technik
• Erhöhung der Haltestellen-Perrons auf das Niveau der Fahrzeug-Einstiegshöhe
• Einbau von Aufzügen bei unterirdischen Haltestellen
• Taktile Leitsysteme
• Markierungen an den Handläufen für Blinde und sehbehinderte Fahrgäste
• Digital-elektronische Sprachausgaben für Blinde und Sehbehinderte
• Neue Fahrscheinautomaten mit kapazitiven Screens und eigener Funktion für Blinde und Sehbehinderte
• Elektronische Fahrplanauskunft im Internet für Blinde und Sehbehinderte
 

Taktile Leitsysteme, hier an der unterirdischen Station Hauptbahnhof, erleichtern Blinden und Sehbehinderten die Orientierung.

Foto: Robert Schrempf

Die neu angeschafften Niederflur-Busse und -Straßenbahnen bieten nicht nur mehr Komfort, sondern auch barrierefreien Zugang und Abstellplätze für Rollstühle und erfüllen damit die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Schon bei der Planung der Innenraumgestaltung der „Cityrunner“ genannten Niederflur-Straßenbahnen wurden die Wünsche der Behindertenvertretungen berücksichtigt. Ein Praxistest direkt beim Hersteller gewährleistete noch vor der Fertigstellung des ersten Fahrzeuges die behindertengerechte Umsetzung, wie etwa leicht erreichbare Druckknöpfe zur Türöffnung. Mit der Anschaffung weiterer neuer Cityrunner besteht der Fuhrpark der Linz AG Linien ab Herbst 2012 ausschließlich aus Niederflur-Fahrzeugen. Alle Fahrzeuge verfügen zudem über eine Behindertenrampe, die bei Bedarf an Haltestellen mit geringerer Bordsteinhöhe ausgeklappt werden kann.
 

Mittels ihres Handsenders können blinde Menschen die akustische Sprachausgabe der dynamischen Fahrgastinformation aktivieren.

Foto: Robert Schrempf

Beim Bau der Nahverkehrsdrehscheibe am Hauptbahnhof wurden alle Bus- und Straßenbahnhaltestellen mit taktilen Leitsystemen ausgestattet. Seither wird das Leitsystem flächendeckend erweitert, um diese Hilfe an allen Haltestellen anzubieten. Tasthilfen (Beschriftungen an den Handläufen) in den unterirdischen Haltestellen erleichtern die Orientierung für Sehbehinderte bei den Auf- bzw. Abgängen. Zusätzlich zu den Rolltreppen stehen gehbehinderten Fahrgästen in den unterirdischen Haltestellen Aufzüge zur Verfügung.

Im März 2004 starteten die Linz AG Linien ein damals europaweit einzigartiges Pilotprojekt. Ausgewählte Haltestellen wurden mit einer digitalen Sprachausgabe ausgestattet: Per Knopfdruck an der Infosäule oder mittels Handsenders erfolgt die akustische Sprachausgabe des optischen Anzeigetextes der dynamischen Fahrgastinformation (verbleibende Wartezeit der jeweiligen Linie). Derzeit erleichtern 44 Anlagen Sehbehinderten und Blinden die Benützung des ÖPNV. Das Ausbauprogramm wird gemeinsam mit dem oberösterreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband weiterentwickelt. Neu hinzu kommt ab Frühjahr 2012 die digitale Sprachansage über Außenlautsprecher der Fahrzeuge; sehbehinderte Personen können diese an Haltestellen über ihren Funksender aktivieren und erhalten die Info, um welche Linie bzw. um welches Ziel es sich handelt. Damit wird es Sehbehinderten erleichtert, an von mehreren Linien bedienten Haltestellen in das richtige Fahrzeug einzusteigen. Barrierefrei gestaltet wurde auch die elektronische Fahrplanauskunft auf einer speziellen Internet-Seite. Blinde oder sehbehinderte Fahrgäste, die über ein Spracherkennungsprogramm verfügen, können Fahrplan-Informationen abrufen.

 

 

Seniorinnen und Senioren „öffentlich“ unterwegs

von Angelika Gasteiner

Eine Generation von Autofahrenden wird jetzt alt, und es kommt für alle der Tag, wo sie oder er kein Auto mehr lenken kann. Viele ältere Menschen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und damit auf einen barrierefrei nutzbaren Öffentlichen Verkehr angewiesen. Ohne ÖV könnten sie ihre Wege nicht oder nur zu hohen Kosten (Taxi) erledigen. Etwa 30 % aller Fahrgäste gehören zur Altersgruppe „60 plus“, sind also für ein Verkehrsunternehmen eine große und interessante Kundengruppe. Die innovativen Maßnahmen des StadtBus in Salzburg gelten international als Vorzeigemodell.

Das Umfeld an den Haltestellen muss sich an den Bedürfnissen von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern orientieren: genügend Aufstellfläche, gerade Anlegeleiste, kein Konflikt mit Radfahrern, Witterungsschutz, Sitzgelegenheiten, Toiletten, Informationen, Kontraste, keine Stufen oder Hindernisse. Da bei jeder Fahrt zumindest einmal die Straße überquert werden muss, wäre bei jeder Haltestelle eine Querungshilfe nötig.
 

Die Möglichkeit, bei Trainingskursen in Kleingruppen die eigene Kompetenz zu stärken und wichtige Tipps zu erhalten, wird in Salzburg von Seniorinnen und Senioren gerne angenommen.

Foto: SLB

Um ältere Menschen für den ÖV zu gewinnen, muss man mit ihnen in direkten Kontakt treten. Seniorinnen und Senioren brauchen persönliche Ansprache, die Vertrauen aufbaut. Erfolgreiche Maßnahmen sind Informationsveranstaltungen bei Seniorenclubs, Infostand am Wochenmarkt, spezifische Folder für die Zielgruppe, Sicherheitstipps und die Installierung einer Seniorenbeauftragten beim StadtBus.

Seniorinnen und Senioren fühlen sich oft bei der Nutzung des Öffentlichen Verkehrs unsicher und haben große Angst vor einem Sturz. Deshalb bietet der StadtBus in Kleingruppen Trainingskurse in Theorie und Praxis an. Diese sollen das Vertrauen in die eigene Kompetenz stärken und wichtige Tipps zur Sicherheit vermitteln. Eine Broschüre für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste beantwortet häufig gestellte Fragen und geht genau auf die spezifischen Probleme ein (Heranfahren an den Gehsteig, Absenken des Fahrzeuges, Kinderwagentaste...). Auch für die Obuslenkerinnen und Obuslenker gibt es spezielle Schulungen, damit sie noch mehr auf die älteren Fahrgäste Rücksicht nehmen.

Eine jährliche Veranstaltung für ältere Menschen war besonders erfolgreich, der „Mobilitätstag“. Bei diesem „Tag der offenen Tür“ in der Garage des StadtBus waren neben dem Öffentlichen Verkehr auch andere Formen der Mobilität präsent, z. B. Gehen und Radfahren, ergänzt um Führungen und Vorträge. Ziel dieser Veranstaltung ist es, ältere Menschen möglichst bis ins höchste Alter mobil zu halten. Diese Veranstaltung wurde mit dem Österreichischen Mobilitätspreis 2009 und dem „Walk Space Award“ ausgezeichnet.

„Salzburg erfahren“ heißen die Folder für jede Obuslinie, die seniorengerecht gestaltet ist. Darin findet man Interessantes und Wissenswertes entlang der Linie und Anregungen für Spazierwege, die auch mit Rollator gangbar sind. Angaben zu Sitzgelegenheiten und zu Toiletten sind für ältere Menschen sehr wichtig. Diese Folder sollen einen Anreiz bieten, die eigene Stadt kennenzulernen und mit Obus und zu Fuß unterwegs zu sein.

Bei der jungen Generation will man Verständnis für die Probleme der älteren Fahrgäste schaffen, passend zum „European Year of Active Ageing and Solidarity between Generations 2012“. Die Kinder- Broschüre „Mit Oma im Obus“ gilt international als best practice example und ist auch auf Englisch verfügbar.

Ältere Fahrgäste sind sehr treue Kunden und sind mit dem ÖV zufriedener als der Durchschnitt (StadtBus Fahrgastbefragung 2011). Der ÖV muss sich an deren besonderen Bedürfnissen orientieren, wenn er ältere Menschen als Kunden halten will. Dazu braucht es mehr als barrierefreie Fahrzeuge, nämlich zielgruppenspezifische „weiche“ Maßnahmen. Viele der beschriebenen Aktivitäten wurden im Rahmen des EU-Projektes AENEAS durchgeführt und sind dort dokumentiert: www.aeneas-project.eu

Das Seniorenprojekt des StadtBus richtet sich an betagte und hochbetagte Menschen, denn die älteste Kundin des Obus ist unglaubliche 106 Jahre alt!

 

 

Barrierefreier Zugang – ein Zukunftswunsch?
In Deutschland müssen noch 1.500 Bahnhöfe umgebaut werden

von Michael Behringer

In der Mobilität eingeschränkte Mitbürger haben es ebenso schwer wie Personen, deren Körperfunktionen in anderen Bereichen beeinträchtigt sind, selbstständig ohne fremde Hilfe den Öffentlichen Verkehr zu nutzen. Zwar wird ihnen bei Vorliegen strenger Voraussetzungen Freifahrt im Nahverkehr gewährt, doch kaum eine Region ist mit ihrer Verkehrsinfrastruktur so ausgestattet, dass man von einer freizügigen Nutzung sprechen kann. Laut einer Erhebung der „Allianz pro Schiene“ aus dem Jahr 2009 sind zwar gut zwei Drittel der bundesdeutschen Stationen so ausgestattet, dass auch Menschen im Rollstuhl den Schienenverkehr nutzen können, doch vielfach ist man auf fremde Hilfe angewiesen, die in unbesetzten Zügen und Bahnhöfen nicht gewährt werden kann. Des Weiteren gibt es Schwierigkeiten, wenn der Zusteige-Bahnhof zwar die richtige Bahnsteighöhe aufweist, am Zielbahnhof aber der Zug an einer niedrigeren Kante oder bei größeren Bahnhöfen an Gleisen hält, die wiederum nur durch Treppen erreicht werden können.

Was bedeutet Barrierefreiheit überhaupt? An der Bahnsteigkante ist sie gegeben, wenn keine Stufen zu überwinden sind und der Höhenunterschied zwischen Bahnsteigkante und Wagenbodenhöhe geringer als fünf cm ist, wenn der Spalt zwischen Fahrzeug und Kante weniger als fünf cm beträgt und die Türen ausreichend breit sind, um von Menschen im Rollstuhl problemlos passiert werden zu können. Dies kann vielfach durch die Fahrzeugbauweise erreicht werden, allerdings nur, wenn die Infrastruktur sich endlich auf einheitliche Kantenhöhen festlegen könnte. Davon ist man aber weit entfernt. Neben „Exoten“ aus der Gründerzeit (auch im Berchtesgadener Land gibt es noch Kantenhöhen von 20 cm) herrschen vier Standardgrößen vor: 38 cm Stufenfreiheit gibt es bei den Regionalstadtbahnen Saar und Kassel, für 35 cm sind alle neuen Kanten der Südostbayernbahn ausgelegt, obwohl es hierfür keinerlei Fahrzeuge auf dem Markt gibt, 55 cm ist die Norm der S-Bahn-Salzburg, und auf dem Verlängerungsast nach Berchtesgaden werden neue Bahnsteigkanten auf diese Höhe ausgelegt, sodass sowohl Talent 1 als auch Flirt stufenfrei bestiegen werden können.

An den meisten Fernverkehrshalten beträgt die Bahnsteighöhe 76 cm, obwohl nicht einmal der ICE auf dieses Niveau eingestellt ist. Auf 76 cm Kantenhöhe werden auch alle Bahnsteige zwischen Freilassing und München ausgelegt (mit Ausnahme des neuen S-Bahn-Bereichs in Freilassing Ost, Gleis 1 und Stumpfgeleise), sodass Flirt und Talent nicht barrierefrei in Richtung Traunstein weiterfahren können. Die neuen Veolia-Flirt (Betriebsstart Dezember 2013) sind vom Wagenboden her bei 76 cm „eben“ mit der Kante und somit nicht barrierefrei in Richtung Berchtesgaden und im S-Bahn-Bereich Salzburg.

Die Niederflur-Doppelstockwagen sind bei 55 cm barrierefrei und fahren in vielen Nahverkehrsbereichen, während die S-Bahnen in Nordrhein-Westfalen, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und München stufenfrei auf 96 cm ausgelegt sind. Mischverkehre sind auf diesen isolierten Strecken nicht möglich, und es bleibt spannend, wie die Gleishöhe bei Stuttgart 21 dann zukunftsfähig festgelegt werden soll.
 

Berchtesgadener Land Bahn: Der neue, angepasste Bahnsteig in Bad Reichenhall Kirchberg (OBEN) und der Zugang vom Parkplatz an der Berchtesgadener Straße zum Bahnsteig (UNTEN).

Fotos (2): Michael Behringer

Mehr als ein halbes Jahrzehnt mussten die Fahrgäste auf der Berchtesgadener Land Bahn warten, bis nach Indienststellung der neuen Fahrzeuge und Integration in das Salzburger S-Bahn-Netz der erste Bahnsteig angepasst wurde, nämlich Bad Reichenhall Kirchberg. Die Halte in Bad Reichenhall und Hammerau kommen in den nächsten Jahren dran, der neue Haltepunkt Hofham (Fertigstellung spätestens Anfang 2013) wird gleich auf 55 cm ausgelegt. Dann heißt es zu warten. Denn die Deutsche Bahn hat eine interne Vorgabe, nur Bahnsteige zu sanieren, wenn dieser Bahnhof eine Frequenz von mehr als 1.000 Reisenden täglich aufweist. Die Konzernleitung der Deutschen Bahn hat in Aussicht gestellt, jährlich ca. 100 Bahnhöfe zu sanieren. Das wäre allein bei Barrierefreiheit an der Kante ein Zeitfenster von knapp 20 Jahren, bis jede Station drangekommen ist. Dann hat man immer noch das ungelöste Problem der uneinheitlichen Höhen. Und selbst wenn die Vorgabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Nahverkehrsbahnsteige auf 55 cm Kantenhöhe zu bauen, umgesetzt sein sollte, gibt es noch das technische Sonderproblem bei Neigetechnik- Zügen, die allesamt nicht auf eine niederflurige Höhe heruntergebaut werden können. Derzeit muss man von einer Kantenhöhe 38 cm bei einem Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe 612 drei hohe Stufen hinaufklettern oder bei höheren Kanten einen entsprechend breiten „Graben“ überspringen. Schließlich ist noch anzumerken, dass auf deutschen Schienen weniger als ein Prozent echt behindertengereche Fahrzeuge unterwegs sind: der Dieseltriebwagen Desiro und der Flirt. Der Rest ist nicht oder nur abschnittweise „behindertenfreundlich“ konstruiert.

Ist selbst für Personen mit eingeschränkter Mobilität eine zeitnahe Lösung nicht in Sicht, potenziert sich die Problemstellung dann, wenn man hör- und sehbehinderte Mitmenschen mit einbezieht. Viele Strecken sind noch ohne optische Fahrgastinformationssysteme an den Haltepunkten, und der Hörgeschädigte kann keine Durchsagen vernehmen. Blinde wiederum haben nicht nur beim Zugang zum Zug erhebliche Probleme, was selbst in S-Bahn-Bereichen Gefahrenquellen schafft, wenn etwa ein Blinder zwischen zwei gekuppelten Einheiten ins Gleis stürzt. Auch innerhalb der Züge sind Knöpfe und Schalter, speziell in Toiletten, so unterschiedlich und von Hersteller zu Hersteller verschieden angebracht, dass man ohne vorherige Fahrzeugunterweisung oder Begleitperson wenig Chancen hat, das Angebot voll zu nutzen. Ohne zentralistischen Bestrebungen Vorschub leisten zu wollen, schreit der angesprochene Problemkreis nach einheitlichen Lösungen. Hier sollte sich auch nach der Bahnreform die Politik nicht zur Seite lehnen und das Heil in den regulierenden Kräften des freien Marktes suchen. Hier sind ordnungspolitische Regelungen angesagt,bevor auch in diesem Bereich für viele Mitbürger der Zug abgefahren ist.

 

 

Menschenrechtskonvention und die europäische Gesetzgebung

von Benjamin Petutschnig

Die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) wurde 2007 von deren Mitgliedstaaten und der Europäischen Union unterzeichnet und von Österreich ratifiziert. „Laut UNKonvention zählen zu den Menschen mit Behinderungen Menschen, die Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“ Die „Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010 – 2020“ für ein „Erneuertes Engagement für ein barrierefreies Europa“ definiert die Zugänglichkeit (Barrierefreiheit) zu öffentlichen Dienstleistungen wie den Öffentlichen Verkehr sowie technische Lösungen, die Hilfestellung bei der Überwindung von Barrieren geben sollen.

Für das System „Eisenbahn“ hat die Europäische Kommission die Richtlinie 2008/164/EG über die technische Spezifikation für die Interoperabilität (TSI) bezüglich eingeschränkt mobiler Personen (PRM) im konventionellen transeuropäischen Eisenbahnsystem und im transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnsystem erlassen. Seitens der Europäischen Union wird eine Ausweitung und Implementierung der TSI für die regionalen Bahnstrecken außerhalb des Trans Europäischen Netzwerkes (TEN) angestrebt. Die European Railway Agency (ERA) hat für 2011 eine entsprechende, über zehn Monate laufende Studie beauftragt.

Diese Entwicklung ist sinnvollerweise von privaten Verkehrsund Infrastrukturbetreibern regionaler Bahnstrecken bei der Durchführung von Maßnahmen zur Schaffung und Gewährleistung von Barrierefreiheit zu berücksichtigen.

Der Etappenplan für Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel und das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz
Artikel 1 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (B-BGStG) fordert,„die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.“ Die Übergangsbestimmungen aus § 19 umfassen die Beseitigung von Barrieren im Zusammenhang mit Schienenfahrzeugen, Verkehrsanlagen und Verkehrseinrichtungen, welche als bauliche Barriere vor dem 1. Jänner 2006 rechtswidrig errichtet wurden. „Betreiber von Verkehrseinrichtungen, Verkehrsanlagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln sind verpflichtet, nach Anhörung der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation einen Plan zum Abbau von Barrieren für die von ihnen genutzten Einrichtungen, Anlagen und öffentlichen Verkehrsmittel zu erstellen und die etappenweise Umsetzung vorzusehen (Etappenplan Verkehr)“. Absatz 6 schreibt vor, dass bestehende Barrieren, deren Beseitigung nicht höhere Kosten als 3.000 Euro netto pro Maßnahme (und Standort) verursachen, jedenfalls vom Verkehrsbetreiber zu beseitigen sind.

Die österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR), Dachverband der Behindertenorganisationen Österreichs, beurteilt die aktuelle Situation zum B-BGStG und dem darin geforderten Etappenplan zur Beseitigung von Barrieren im Öffentlichem Verkehr wie folgt:„Bezüglich der Entwicklung im Hochbau (Stichwort: Neugestaltung und Sanierung von Bahnhöfen) zeichnen sich nachvollziehbare Fortschritte im Sinne des B-BGStG ab, einige der Verpflichteten haben Barrierefreiheit bereits hergestellt, andere liefern, ergänzend zu den nach Inkrafttreten des Gesetzes vorgelegten Etappenplänen, auch Zwischenberichte. Ähnlich verhält es sich auch mit den Betreibern Öffentlicher Verkehre. Ungelöst ist allerdings im Kontext mit Verkehrsmittelbetreibern, inwieweit neue Anbieter in den Markt (durch Eigentümerwechsel oder auch durch Neugründung von Angeboten) eingetreten sind und ob diese bei Markteintritt ihre Anlagen und Fahrzeuge bereits barrierefrei gestaltet oder zumindest Etappenpläne entwickelt haben. Für Anbieter, die bisher keine Etappenpläne vorgelegt haben, sind Schwierigkeiten spätestens ab jenem Zeitpunkt zu erwarten, zu dem ein behinderter Mensch das nicht barrierefreie Angebot wahrnimmt und auf dem Wege über ein im Gesetz vorgesehenes Schlichtungsverfahren ein Klagsrecht erwirbt: Solche Anbieter sind gut beraten, Etappenpläne auszuarbeiten. Anbieter, die ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen sind, haben überdies damit zu rechnen, dass behinderte Menschen und deren Organisationen sämtliche rechtlichen Möglichkeiten, die ab 2015 zur Verfügung stehen werden, auch ausschöpfen. Erfolgreiche Etappenpläne hat die ÖAR nach Einführung des B-BGStG 2006 u. a. mit der ÖBB ausgearbeitet, mit städtischen Nahverkehrsanbietern wie den LINZ AG LINIEN, mit regionalen Betreibern wie der Raaber Bahn, die jeweils kontinuierlich Verbesserungen im Rahmen innovativer Projekte entlang deren Strecken und am rollenden Material vornehmen, wie Investitionen in Niederflurfahrzeuge, barrierefreie Bahnsteige, taktile Leitsysteme, Blinden-Akustikanlagen etc.“

Positive Beispiele österreichischer Bahnbetreiber: ÖBB,WESTbahn und SLB (Pinzgauer Lokalbahn)
Anbieter wie die WESTbahn punkten mit modernen, geräumigen Fahrzeugen, welche gemäß den Vorgaben TSI PRM ausgestattet sind und sich insbesondere durch den individuellen Service mit einem Steward pro Wagon vom Mitbewerber abheben, was speziell Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder eingeschränkter Mobilität zugute kommt. Seitens der ÖBB koordiniert das Team für „barrierefreies Reisen“ die Anliegen der reisenden Kunden mit besonderen Bedürfnissen. Es nimmt weiters an europäischen und nationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten zur Verbesserung von Barrierefreiheit im Eisenbahnwesen teil, wie dem Projekt „Innomat“ mit dem Ziel der Entwicklung eines barrierefreien Fahrkartenautomaten unter der Leitung der Donau-Universität Krems. Neben einschlägigen Projekten der SLB (Salzburger Lokalbahn) ist die Pinzgauer Lokalbahn als regionaler Anbieter ein weiteres positives Beispiel zur Schaffung von Barrierefreiheit Die Pinzgauer Lokalbahn hat in Niederflur-Neufahrzeuge investiert, und darüber hinaus in bauliche Maßnahmen wie barrierefreie Bahnhöfe, insbesondere am wiedererrichteten Streckenabschnitt zwischen Mittersill und Krimml.
 

OBEN: Persönliches Service für Menschen mit eingeschränkter Mobilität durch die Stewards der WESTbahn.

Foto: Karl Regner

MITTE: Fertigteil-Bahnsteig UNTERTULLNERBACH, taktile Blindenleitplatten, integriert in die Fertigteilelemente.

Foto: Gmundner Fertigteile

UNTEN:MBB Palfinger Trainlift TR 100 für den ÖBB Railjet.

Foto:MBB Palfinger

Nationale Normen in Österreich und den EU Mitgliedstaaten
In Österreich wurde im Hochbau dem B-BGStG insofern Rechnung getragen, als die neue Ö-Norm B 1600 (Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen) unter Mitarbeit der ÖAR im April 2011 erschienen ist. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Institut für Verkehrswissenschaften der Technischen UniversitätWien im Bereich der Lehre gemeinsam mit den Wiener Linien und der ÖAR in regelmäßigen Abständen einen „Lehrgang für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum“ für Verkehrsplaner, Architekten, Vertreter aus der öffentlichen Verwaltung anbietet. Nationale Normen innerhalb der Mitgliedstaaten der EU decken die kommunale Ebene wie den Bereich „Fahrdienst für die Beförderung von Rollstuhlfahrern mit crashgetesteten Rollstuhlfahrer- Rückhaltesystemen“. Hier sei die neue Deutsche Industrienorm DIN 75078, betreffend die Beförderung von Menschen im Rollstuhl, genannt, sowie ein aktuelles europäisches best practice example aus Großbritannien, das Wheelchair-Passport Scheme: BSI PAS-900 (Code of Practice), ein Dienstleistungssystem, das auf eigenen Wunsch von Personen mit eingeschränkter Mobilität den befördernden Betreiber über deren besondere Bedürfnisse informiert, um so individuell darauf eingehen zu können. Für Interessierte beleuchten wir österreichische und europäische best practice example zum Thema Barrierefreiheit wie das Programm „AccésPlus“ der SNCF und „Mobihelfer“ der SBB, sowie im Detail die TSI PRM.
 

MBB Palfinger Medilift LB 300 für Linienbusse gemäß EU Richtlinie 2001/85/EG.

Foto:MBB Palfinger

 

Die Autoren

 

Dr. Hansjörg Hofer ist seit 1985 Fachexperte im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und stellvertretender Sektionschef der Fachsektion „Behinderung und Pflegevorsorge“. Seit 1. September 2011 ist er stellvertretender Behindertenanwalt.

 

Mag. Sabine Neusüß ist Behindertenbeauftragte der Stadt Salzburg. U. a. ist sie zuständig für Projekte jeglicher Art, Planberatungen für Neubauten und Sanierungen, Finanzen, Subventionen, Organisation des Behindertenbeirats und erste Anlaufstelle für Menschen mit Beeinträchtigungen.

 

Monika Schmerold ist im Beauftragten Center der Stadt Salzburg zuständig für Sozialberatung im Allgemeinen und Projektassistenz im Frauenbüro. Weiters unterstützt sie, auch aufgrund ihrer ganz speziellen Sichtweise als Frau im Rollstuhl, Frau Mag. Neusüß und vertritt sie bei Abwesenheit.

 

DI Christian Osterer studierte Maschinenbau- Verkehrstechnik mit dem Schwerpunkt „Eisenbahnbau und Seilbahntechnik“ an der Technischen Universität Graz. Seit Sommer 2011 arbeitet er bei der Salzburger Lokalbahn im Center „Stadt- und Regionalverkehr“.

 

Heinz Reischl leitet seit der Fusion des Stadtbus der Salzburg AG den Linienverkehr bei der ALBUS Salzburg Verkehrsbetrieb GmbH. Vorher war er als Betriebsleiter für den Dieselbusbereich der Salzburg AG/StadtBus verantwortlich. Mit März 2006 wurde Herr Reischl zum Einzelprokuristen der Albus ernannt.

 

Angelika Gasteiner ist zuständig für Kundenservice des StadtBus bei der Salzburg AG und u. a. Projektleiterin des EU Projektes „AENEAS“, das die Mobilität von älteren Menschen fördert.

 

Benjamin Petutschnig ist internationaler Experte für Barrierefreiheit. Er arbeitet seit 18 Jahren in Industrieprojekten und interdisziplinären „F & E“-Projekten zur Schaffung von Barrierefreiheit innerhalb des Öffentlichenund Individualverkehrs auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene. Neben der Beratungstätigkeit in internationalen Verkehrsprojekten, zum Thema Barrierefreiheit, Produktentwicklung technischer Hilfsmittel und Dienstleistungen, erstellt seine Firma BP International Consulting Etappenpläne für Verkehrsbetreiber, deren Umsetzung er in Kooperation mit der ÖAR begleitet.

 

Mag. Peter Haibach ist Herausgeber, Robert Schrempf und Michael Behringer sind Mitglieder im Redaktionsteam von Regionale Schienen.

 

 

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