Betriebsleitstelle für Salzburger Obus eröffnet
Salzburg AG setzt auf modernste Technik
von
Markus Perberschlager
Salzburg wird auch als
Europas
„Obus-Hauptstadt“
bezeichnet. Das
Unternehmen „Salzburg
AG“ setzt nun auch bei
der neuen
Betriebsleitstelle
„Obus“ auf modernste
Technik und verbessert
so langfristig die
Kundenzufriedenheit.
Fahrgast-Information in
Echtzeit
Das neue „Intermodal
Transport Control
System“ – kurz ITCS
genannt – ermöglicht
eine
verkehrsmittelübergreifende
Kommunikation und
steuert die dynamische
Fahrgast-Information.
Damit die notwendigen
Daten in Echtzeit
bereitgestellt werden
können, generiert das
neue Leitsystem Daten
aus den Obussen,
analysiert diese und
gibt sie an Drittsysteme
weiter. Mehr als 100
Obusse werden in das
neue ITCS integriert.
Durch die Schnittstellen
zu Wegimpulszählern und
einem GPS-System ist
eine genaue
Standortverfolgung der
Fahrzeuge möglich. Damit
verfügen die Disponenten
über eine deutlich
verbesserte
Informationsgrundlage
und können Störungen
effizienter beheben
beziehungsweise die
Fahrgäste besser
informieren.
Drei Komponenten – eine
kundenorientierte Lösung
Server, Disponenten und
Fahrzeuge aufeinander
abstimmen
Die Grundlage für eine
reibungslose
Kommunikation und einen
steten Datenfluss im
ITCS bildet ein
zentraler Server. Alle
notwendigen
Informationen zu
Fahrplänen,
Fahrzeugstandorten und
zur betrieblichen
Ist-Situation werden
hier verarbeitet. Diese
Echtzeitdaten dienen
anschließend zur
Prognose der
Verkehrsentwicklung.
Kommt es dabei zu
Abweichungen, wird der
zuständige Disponent
automatisch informiert.
Der Disponent als
Kommunikator
In
der neuen
Betriebsleitstelle
werden die Disponenten
an drei ergonomischen,
modernen Arbeitsplätzen
mit Informationen
versorgt. Ein riesiger
Bildschirm zeigt die
gesamte Verkehrslage der
Stadt, und Kameras
filmen einzelne „Hotspots“.
Die erfahrenen
Mitarbeiter der
Salzburger Lokalbahnen
können rechtzeitig
agieren und aktiv in die
Verkehrsleitung
eingreifen. Sie
informieren die
Obuslenker, geben
Anweisungen oder senden
Informationen auf das
Display des
Bordrechners. Bei Bedarf
kann die Leitstelle
Änderung der
Linienführung anordnen.
Eine Abweichung vom
Soll-Fahrplan ist durch
die Übermittlung
entsprechender Daten vom
Bordrechner sofort
ersichtlich. Die Fahrer
können jederzeit den
Disponenten erreichen
und auch aktuelle
Störungen und besondere
Vorkommnisse melden.
Mehr Kundenservice durch
optimierte Kommunikation
Durch die Einführung des
ITCS werden drei
Qualitätsverbesserungen
und Angebotsneuerungen
für den Kunden möglich:
das Abrufen der
Fahrzeiten mittels
QR-Code, automatisch
aktualisierte
Haltestellenverlaufsanzeigen
in den Obussen und die
Kommunikation der
Anschlüsse auf Basis von
Echtzeitdaten.
1. Im Zeitalter der
mobilen Kommunikation
ist es möglich,
Informationen via Mobile
Tagging abzurufen – eine
preiswerte und
intelligente Lösung der
Kundeninformation.
Grundlage hierfür ist
ein internetfähiges
Mobiltelefon mit
Kamerafunktion sowie
eine kostenlose Software
(App) zum Lesen von
QR-Codes. An den
Haltestellen hinterlegte
QR-Codes können mit dem
Mobiltelefon gelesen
werden und leiten auf
ein Webportal mit
virtuellem
Haltestellenmonitor
weiter. Der Kunde
erfährt dort, wann der
nächste Obus an der
Haltestelle abfährt. Das
System versorgt die
bestehenden dynamischen
Fahrgast-
Informationsanzeiger an
den Haltestellen mit
Abfahrtszeiten in
Echtzeit. Fahrgäste sind
damit stets schnell und
präzise informiert.
2. Durch hochwertige
Datenfunkverbindungen
werden auch Fahrer,
Disponenten und die
Zentrale stets über die
aktuelle Betriebslage
informiert. Ändert sich
beispielsweise aufgrund
einer Störung die
reguläre Route des
Obusses, sendet der
Disponent eine
Ausweichroute an den
Bordrechner. Die
Fahrgäste werden über
eine aktualisierte
Haltestellenansage sowie
eine geänderte
Haltestellenverlaufsanzeige
umgehend auf dem
Laufenden gehalten.
3. Auch die
Anschlusssicherung beim
Umsteigen wird für den
Fahrgast optimiert. Hier
setzt das neue System
an, um ein problemloses
Umsteigen während der
Schwachlastzeiten zu
garantieren. Auf Basis
von Echtzeitdaten
könnten bei einem
nächsten Ausbauschritt
die aktuellen Anschlüsse
über einen Monitor im
Obus kommuniziert
werden.
Auf neuen Wegen zur
verbesserten
Fahrgast-Information
Optimierter
Informationsfluss
Primäre Aufgabe ist es,
eine direkte
Kommunikation und einen
unmittelbaren
Datenaustausch zwischen
den einzelnen Fahrzeugen
und dem Disponenten zu
ermöglichen. So wird
gewährleistet, dass der
Fahrgast stets über den
tatsächlichen
betrieblichen Ablauf
seines gewählten
Mobilitätsangebotes
informiert ist.
Mehr Effizienz
Mit der Einführung des
ITCS wird beim Obus eine
einheitliche
IT-Infrastruktur
geschaffen, von der alle
profitieren – und zwar
durch optimierte
Prozesse, verschlankte
Systemabläufe und
verkürzte
Kommunikationswege.
Gleichzeitig führt das
System durch die darin
abgespeicherten
Informationen viele
Funktionen automatisch
aus.
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Bei den
Salzburger
Verkehrstagen
2012 war der
25-m-Obus des
Schweizer
Herstellers Hess
die Sensation in
Salzburg. Der
Zwei-Gelenk-Obus
bestand seine
Feuertaufe in
Salzburg und
würde sich gut
für die
Obuslinie 3 vom
Bahnhof nach
Süden in die
Alpenstrasse
eignen. Die
Salzburg AG wäre
gut beraten, mit
dieser
Innovation den
Ruf Salzburgs
als
„Obus-Hauptstadt“
zu festigen.
©
Foto: Mattis Schindler |
Vorteile und
Möglichkeiten des
Systems auf einen Blick
Vor der Fahrt
Abruf der Abfahrtszeit
des Obusses von der
gewünschten Haltestelle
in Echtzeit über das
Smartphone oder Internet
(in Planung).
Pünktliches Erreichen
der Haltestelle, keine
Wartezeit.
Im Fahrzeug
Monitore im Fahrzeug
sind nachrüstbar für
aktuelle Anzeige und
Ansage der Route auch im
Fall von Umleitungen.
Automatische Durchsagen
vor Kurzwenden. Vorrang
für den Obus durch
Schaltung moderner
Ampeln. Direkter Kontakt
zur Leitstelle.
Fahrerinformationen und
Anweisungen auch
schriftlich am
Bordrechner.
Beim Umsteigen
Anschluss-Sicherheit in
Schwachlastzeiten durch
Fahrer-Information und
Überwachung. Monitor im
Obus einbaubar zur
Anzeige möglicher
Anschlüsse.
Im Störungsfall
Informationen an die
Fahrgäste im Fahrzeug
und an den Info-Säulen
entlang der Strecke.
Dialog mit den
Obuslenkern mündlich und
schriftlich über den
Bordcomputer. Rasche
Reaktion und Disposition
durch die Leitstelle.
Beim Fahrscheinkauf
Einfache Bedienung für
den Fahrer mit
Touch-Screen.
Leistungsfähiges
Hintergrundsystem für
die Abrechnung:
Tarifangebote oder
Veranstaltungstickets
lassen sich im
Hintergrundsystem
flexibel implementieren,
der gesamte
Vertriebsprozess vom
Erstellen der Tickets
bis zur Abrechnung,
Auswertung, Statistik
wird unterstützt.
An der Haltestelle
Anzeige der Ankunft der
Linien in Echtzeit an
der Stele oder am
Monitor. Planbare Zeit
bis zur Abfahrt.
Aktuelle Information
über auftretende
Störungen im
Betriebsablauf in der
Info-Zeile
beziehungsweise am
Bildschirm.
Fahrzeug-Revision
Die Zuordnung des
Abstellplatzes
beziehungsweise
Zuführung in die
Werkstätte erfolgt
aufgrund des aktuellen
Betriebszustandes des
einfahrenden Fahrzeuges.
Kundennutzen
Optimale
Betriebssteuerung – gut
informierte Kunden –
zufriedene Fahrgäste.
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Salzburgs
Bürgermeister
Heinz Schaden
(Mitte) nimmt
gemeinsam mit
dem Salzburg AG
Vorstandsdirektor
Leonhard
Schitter (re)
und
Verkehrs-Direktor
Gunter Mackinger
(re.), die
Eröffnung der
Obus-Leitstelle
vor.
©
Foto: Salzburg AG |
Die Technik in jedem
Obus
Mit der Einführung des
neuen ITCS erfolgt auch
eine Aufrüstung von mehr
als 100 Obussen mit
zukunftsorientierter
Technik:
-
Bordrechner EVENDpc
(inklusive
Touchscreen,
Navigationsgerät und
Fahrscheindrucker)
-
Module für Sprach-
und Datenübertragung
-
GPS-Modul für die
Standorterfassung
der Obusse
-
Elektroakustische
Ansage (ELA) für
eine automatisierte
Haltestellenansage
-
Bedarfsgerechte
Ansteuerung der
Lichtsignal-Anlagen
(VLSA). Nach der
Ansteuerung geben
moderne
Verkehrsampeln dem
Obus Vorrang.
Dadurch lassen sich
die Fahrzeiten im
innerstädtischen
Bereich attraktiv
gestalten.
Zum Autor:
Ing. Markus Perberschlager |

Leiter des Betriebs
„Obus“ bei der Salzburg
AG. Dabei ist er für die
operativen Vorgänge beim
Obus, somit für die
Leitstelle, den
Betriebsablauf und den
Fahrdienst zuständig. |
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